Von smarten Uhren und schwebenden Ladegeräten

Dank Kickstarter und diversen anderen Crowdfunding-Plattformen werden Projekte realisiert, die vermutlich ohne diese Schubkraft nie das Licht der Welt erblickt hätten – darunter Filmproduktionen wie der deutsche Hit „Stromberg – Der Film“. Ideen realisieren, die großen Unternehmen zu heikel sind: Crowdfunding ist oft auch eine Geschichte von Chancen.

Crowdfunding – die Schwarmfinanzierung

Die Statistik zeigt, dass allein 2014 in den USA knapp 16 Milliarden US-Dollar via Crowdfunding aufgebracht wurden. Allgemein gesehen verbinden Sie mit dem Wort „Crowdfunding“ vermutlich folgenden Grundgedanken: Ich beteilige mich an einem interessanten Projekt mit 50 Euro und bekomme dafür das Produkt vorab günstiger etc. Neben diesem „Reward-Based“-genannten Crowdfunding-Modell gibt es noch die Möglichkeiten der klassischen Spende, Mikrokredite und Investitionen mit z.B. Erfolgsbeteiligung. In der Regel muss ein Mindestbetrag erreicht werden, damit das Geld ausgezahlt wird. Dafür sind die Kampagne und Inszenierung wichtig. Die Projektstarter in unserem ersten Beispiel haben sich ordentlich ins Zeug gelegt.

Glance Clock – Smarte Uhr im analogen Design

Glance Clock hat zwei Zeiger und einen monochromen Hintergrund. So weit, so unspektakulär. Hinter dem Stoffuntergrund der Uhr verbirgt sich jedoch ein LED-Feld, das diverse Infos Ihres Smartphones wie anstehende Termine, Wetter, etc. anzeigt. Außerdem können Sie die Uhr auch mit weiteren Geräten koppeln. Die Uhr liest alle App-Daten wie Kalender, Musik, Nachrichten etc. aus. Genauere Einstellungen nehmen Sie dann in der dazugehörigen App vor. Auf diese Weise gestaltet sich die Uhr als eine Art digitale Pinnwand und Erweiterung Ihrer Endgeräte. Oft schauen wir auf das Handy um Infos vom Bildschirm abzulesen. Das beginnt simpel beim Ablesen der Uhrzeit und endet noch nicht bei den sozialen Netzwerken. Glance dient so auch als Filter und kann helfen den Alltag zu entschleunigen. Ausgewählte Dinge rücken dann wieder in den Fokus und von der Informationsflut werden nur die passenden Tropfen durchgelassen. Die Macher hinter Glance Clock nutzten ihre Indiegogo-Kampagne faktisch zunächst als Vorfinanzierungsmöglichkeit, später als Absatzmarkt. Auf der entsprechenden Seite gibt es Pressestimmen und ein Video, das exemplarisch zeigt, wie viele Kampagnenvideos aufgebaut sind: Rhetorische Frage – Geschichte – Erfinder meldet sich zu Wort.

Intelligente Uhr als Organizer

Quelle: Anton Zriashchev /YouTube

LIFT Anti Gravity Smartwatch Charger – ein schwebendes Ladegerät

1355 Unterstützer wollten ihre Smartwatch mit einem schwebenden Ladegerät zum Blickfang machen. Über 280.000 US-Dollar investierten die Unterstützer dafür in die Idee. Das eigentliche Ziel wurde damit versechsfacht. Faktisch ein voller Erfolg. Trotzdem steht bei Kickstarter: Finanzierung abgebrochen. Solche Gadgets entstehen, wie oft auf Crowdfunding-Plattformen, nicht in Kooperation mit den großen Herstellern. Apples neue iWatch beispielsweise hat eine größere Batterie –

schon funktioniert der Magnetschwebemechanismus unzureichend und ist somit nicht für jede Smartwatch einsetzbar. In Folge liegt die Kampagne auf Eis. Das LIFT-Team geht indes einen Schritt zurück - vom Verkauf in die Entwicklung.
Solch ein Schritt erfordert Mut und vor allem Motivation. Denn Crowdfunding-Kampagnen kosten oft Ressourcen. Unterstützer („Backer“, „Supporter“) geben ihr Geld selten 'einfach so' dazu. Updates, Videos und mehr müssen regelmäßig über den Fortschritt informieren – egal, welcher Natur das Projekt ist.

Schwebender Blickfang

Quelle: GADGET MIDGET/YouTube

Lucy Indoor Light – die Sonne im Haus

Nüchtern betrachtet hat die „Solencia“-Gründerin Diva Tommei zusammen mit ihrem Team einen Spiegel mit Motor entwickelt. Weiter gedacht reflektiert das „Lucy“ getaufte Gadget das Sonnenlicht an die Stellen und Plätze, die sonst vielleicht kein Sonnenlicht abbekämen. Dank Sensoren und Motoren dreht sich Lucy beständig mit der Sonne, um das natürliche Tageslicht möglichst lange in den gewünschten Raum zu werfen. Der fertige Prototyp überzeugte die Tester in dem folgenden Video und versetzte sie sichtlich ins Staunen.

Crowd Fazit

Crowdfunding ist eine Bereicherung für den Markt. Wer das Spiel beherrscht, sorgt für Innovation. Da Unternehmen tendenziell lieber auf sichere Pferde setzen, wird Crowdfunding – in welcher Form auch immer – in Zukunft wichtiger werden. Übrigens auch, um Verbrauchern eine Alternative zu etablierten Firmen anzubieten und dadurch einen gesunden Wettbewerb herzustellen. Mehr innovative Techniktrends für das Jahr 2016 haben wir Ihnen in folgendem Artikel zusammengestellt: Vernetzt und unabhängig.

Smartes Gadget für mehr Sonnenlicht

Quelle: Solenica /YouTube

Haben Sie selbst schon via Crowdfunding investiert oder sind Ihnen traditionelle Finanzierungsformen lieber? Wir sind auf Ihren Kommentar gespannt.

Design Innovation Smart Living Technik-Trends
Dahobert 19.10.2016  |  15:45

Wenn mich die Idee überzeugt und ich mir die Investition leisten kann, finde ich es super und wäre bereit zu investieren

G-Pulse Redaktion 21.10.2016  |  15:27

Hallo Dahobert, was für Projekte und Produkte interessieren Sie denn und wofür wären Sie bereit zu investieren? Ihre G-Pulse Redaktion

Kommentare (2)

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