Bauen 2021: Tipps rund um das neue Gebäudeenergiegesetz

Energieverbrauch und -einsparung werden beim Neubau und der Modernisierung von Bestandsgebäuden immer wichtiger. Bislang wurden die Anforderungen für Bauherren in

  • der Energieeinsparverordnung (EnEV)
  • dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG) sowie
  • dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

geregelt. Seit dem 01. Januar 2020 sind die bisherigen Bestimmungen und neuen Anforderungen nun im Gebäudeenergiegesetz (GEG) zusammengefasst, das die alten Regelwerke ablöst.

Für wen ist das Gebäudeenergiegesetz relevant?

Das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG 2020, gilt für alle, die zum 01. November 2020 oder später einen Bauantrag gestellt haben.

Haben Sie Ihr Bauvorhaben vor diesem Termin eingereicht, ändert sich nichts an Ihrer bisherigen Planung. Allerdings weist das GEG 2020 daraufhin, dass zwischen Antragstellung und Fertigstellung eines Wohnhauses nicht unangemessen viel Zeit verstreichen darf.

Die wichtigsten Änderungen im Gebäudeenergiegesetz auf einen Blick

  • Energetische Anforderungen für Neubau und Sanierung werden nicht verschärft.
  • Bestimmungen für Ölheizungen werden ab 2026 strenger.
  • Nutzung erneuerbarer Energien wird Pflicht.
  • Gebäudenah erzeugter Strom lässt sich beim Bauvorhaben 2021 anrechnen.
  • CO2-Angaben müssen im Energieausweis ausgewiesen werden.
  • Energieberatung bei Sanierung ist für Käufer verpflichtend.
Energieverbrauch und -einsparung werden beim Neubau und der Modernisierung von Bestandsgebäuden immer wichtiger.

Anforderungen an den Neubau und Sanierungen

  • Die energetischen Standards für Neubau und Modernisierung bleiben gegenüber der EnEV 2016 unverändert. Als Bauherr müssen Sie weiterhin Mindeststandards für Primärenergiebedarf, Wärmeschutz, Dichtigkeit und sommerlichen Wärmeschutz einhalten. Die meist komplexe Kalkulation führen für Sie in der Regel Energieberater oder Architekten durch.
  • Der zulässige Primärenergiebedarf für ein Wohnhaus (Gebäudehülle und Anlagentechnik) wird mit Hilfe eines Referenzgebäudes ermittelt, das dem Neubaustandard entspricht. Statt eines Öl-Brennwertkessels dient jetzt ein Erdgas-Brennwertkessel als Grundlage. (GEG § 15)
  • Beim Bauen 2021 ist es nun Pflicht erneuerbarer Energien zu nutzen. Deswegen lässt sich jetzt auch Strom aus Sonnen- und Windenergie bei der Berechnung des Energiebedarfs anrechnen. Bedingung: Der Strom muss von Ihnen gebäudenah erzeugt und vorrangig selbst genutzt werden, zum Beispiel durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. (GEG § 23)
  • Erneuern Sie bei einer Sanierungen mehr als zehn Prozent von Bauteilflächen wie Dach, Fassade oder Fenstern, gelten die bisherigen EnEV-Bestimmungen. Wichtig: Das Gebäude darf sich energetisch nicht verschlechtern. (GEG §48)
  • Ab 2026 dürfen Sie keine Öl- oder Kohleheizungen mehr verbauen (GEG §72). Eine Ausnahme gilt, wenn die Heizung mit erneuerbaren Energien kombiniert wird. Auch, wenn Erdgas oder Fernwärme nicht zur Verfügung stehen, oder die Nutzung erneuerbarer Energien technisch nicht im geforderten Maß möglich sind, gibt es Ausnahmen.
  • 2023 sollen die energetischen Standards erneut überprüft und gegebenenfalls im Gebäudeenergiegesetz angepasst werden (siehe GEG §9). Bedingung bleibt: Bauen und Wohnen müssen bezahlbar bleiben.
Mann und Frau schauen sich den Rohbau an

Änderungen rund um den Energieausweis

Auch für Sanierer gibt es Neuerungen, die mit dem Gebäudeenergiegesetzt in Kraft getreten sind: Verkäufer und Makler müssen Käufern oder Mietern den Energieausweis spätestens bei der Besichtigung vorlegen und beim Vertragsabschluss zur Verfügung stellen. Der Energieausweis ermöglicht Ihnen einen Einblick in die energetischen Eigenschaften eines Gebäudes und macht es mit anderen Immobilien vergleichbar. Neu ist, dass die Pflichtangaben auch schon in eine Immobilienanzeige gehören. Dazu gehören:

  • Baujahr
  • Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauchs für das Gebäude
  • Wesentliche Energieträger für die Heizung
  • Energieeffizienzklasse des Gebäudes
  • Angaben zu inspektionspflichtigen Klimaanlagen
  • Im Energieausweis muss ab sofort auch der Kohlendioxid-Ausstoß des Wohnhauses angegeben werden, der sich aus dem Primärenergiebedarf oder dem Primärenergieverbrauch ergibt.

Neben Energieberatern, Technikern und Hochschulabsolventen relevanter Fachrichtungen dürfen nun auch qualifizierte Handwerker den Ausweis ausstellen. Muster für gültige Energieausweise findet man als PDF-Download im GEG-Portal. 

Pflicht zur Energieberatung bei Sanierungen

Beim Kauf eines Altbaus müssen Makler oder Verkäufer laut Gebäudeenergiegesetz „ein informatorisches Beratungsgespräch zum Energieausweis“ anbieten. Als Käufer haben Sie die Pflicht, an dieser Beratung teilzunehmen, sofern es sich um ein kostenloses Angebot handelt. Durchgeführt wird das Gespräch dann von einer Person, die dazu berechtigt ist, Energieausweise auszustellen.

Nachweis der Arbeiten durch Erfüllungserklärung

Ist das Bauvorhaben abgeschlossen, müssen Sie als Bauherr oder Eigentümer nachweisen, dass Sie die Anforderungen aus dem GEG 2020 erfüllt haben. Das geschieht durch eine Erfüllungserklärung, die Sie unterzeichnen müssen – übrigens sowohl beim Neubau als auch bei umfangreichen Modernisierungen.

Tipp: Für einen detaillierten Einblick in alle Bestimmungen empfehlen wir die Broschüre „Neues Gebäudeenergiegesetz anwenden - GEG 2020 kompakt und praktisch“.

Mit Smart-Home-Technik zu mehr Energieeffizienz

Ob warme Füße im Winter, oder ein kühler Kopf im Sommer: Wer wünscht sich nicht ganzjährig Wohlfühltemperaturen im Haus – und das, ohne dem Geldbeutel oder der Umwelt zu schaden? Laut des KfW-Energiewendebarometer nutzt bereits jeder fünfte Haushalt mindestens eine energierelevante Smart-Home-Lösung. Am häufigsten betrifft die intelligente Steuerung dabei den Bereich Wärme (12 %), seltener auch Licht (8 %) und Strom (6 %).

Licht- und Jalousiesteuerung gehören zu den meistgenutzten und damit wichtigsten Anwendungen in einem Smart Home
Mit dem Gira System 3000 lassen sich beide Funktionen über ein manuelles Wandbediengerät, oder per App über Bluetooth steuern.
Zukunftssicheres Funksystem, herstellerübergreifend: eNet SMART HOME

Smarte Thermostate oder Raumtemperaturregler sorgen zum Beispiel für ein konstant angenehmes Klima während sich intelligente Jalousien zusätzlich automatisch je nach Sonneneinstrahlung und Wetterlage öffnen und schließen, um im Sommer die Klimaanlage und im Winter die Heizung zu entlasten. Bis zu 30 Prozent Energie können Sie so beispielsweise mit der automatisierten Heizungssteuerung des Gira Systems 3000 einsparen. Sie sehen: Es lohnt sich, in smarte Haustechnik zu investieren. Die technische Ausstattung ist mit Kosten verbunden, die nicht jeder Bauherr oder Modernisierer „mal eben“ stemmen kann.

Auf die Vorzüge moderner Technik müssen Sie trotzdem nicht verzichten. Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet Zuschüsse und zinsgünstige Kredite für unterschiedliche Bauvorhaben an.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen einen umfassenden ersten Überblick über die Thematik verschaffen. Weitere Tipps und Inspirationen für die smarte Ausstattung Ihres zukünftigen Eigenheims bietet der Gira Home Assistant. In nur drei Schritten liefert der Online-Konfigurator personalisierte Vorschläge für Ihre Wünsche und Wohnsituation.

Möchten Sie 2021 bauen und haben schon erste Erfahrungen mit dem Gebäudeenergiegesetz gemacht? Erzählen Sie uns davon.

Bauen mit Gira Hausbau Sanierung Smart Home
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