Ecological Living Module: Selbstversorgerhaus definiert autarkes Wohnen neu

Die weltweite Bevölkerung wächst und drängt immer mehr in den urbanen Siedlungsraum. Mit der Konsequenz, dass gerade dort der Wohnraum immer knapper wird: Mietpreise explodieren und immer mehr Großstädte entwickeln sich zu Megastädten mit mehr als zehn Millionen Einwohnern – und das mit unzähligen Herausforderungen rund um Infrastruktur, Wasserversorgung und Strom.

Kein Wunder, dass sich immer mehr Architekten und Stadtplaner mit Konzepten beschäftigen, die versuchen „Wohnen“ neu zu definieren. Eine Antwort könnten autarke Häuser bieten, die ihre Bewohner unabhängig von einer öffentlich bestehenden Strom- oder Wasserversorgung machen.

Winzig sind die Gebäude noch dazu: Die Minihäuser sind so klein, dass zwei Personen komfortabel wohnen können und das urbane Leben auf kleinstem Raum gleichzeitig eine Chance bekommt.

Ein autarkes Haus – was bedeutet das eigentlich?

Autarkes Wohnen bedeutet nichts anderes, als ein Wohnkonzept zu realisieren, das unabhängig von Versorgungsquellen wie Trinkwasser, Strom oder fossilen Energien wie Erdöl und Erdgas existiert. Der Gedanke ist dabei nicht neu: Was für Häuser in der Vergangenheit sogar üblich war, hat sich im Zuge der Industrialisierung komplett ins Gegenteil verwandelt. Über Hausanschlüsse holen wir uns heute das aus dem Versorgungssystem, was wir benötigen. Und konsumieren dabei über die Maße, die wir zwingend benötigen. Selbstversorgerhäuser könnten uns den Anstoß geben, über eine neue Art des Wohnens nachzudenken.

Autarkes Wohnen: Außenansicht zu einer der Minihäuser umgeben von Hochhäusern

Gesetzliche Einschränkungen in Deutschland

Die Realisierung von autarken Häuser ist in Deutschland heute noch nicht möglich. Baurechtliche Gründe sprechen dagegen: Eigentum muss grundsätzlich an die örtliche Kanalisation und Wasserversorgung angeschlossen sein. Der Grund dafür: Regenwasser darf laut Gesundheitsamt aus hygienischen Gründen in Deutschland nicht als Trinkwasser verwendet werden.

Doch auch mit dieser Einschränkung lassen sich Häuser in Deutschland zumindest als energieautarkes Haus bauen. Egal, ob Sonnenkollektoren, Pelletheizungen oder Erdwärme: Mit vielen Systemen, die heute auf dem Markt existieren, kommt man dem Traum vom Selbstversorger ein Stück näher.

Entsprechende Förderprogramme für Neubau oder Haussanierungen, zum Beispiel durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau, helfen solche Projekte in die Realität umzusetzen. So lohnt sich die Investition auf lange Sicht sowohl für den eigenen Geldbeutel als auch für das ökologische Gleichgewicht.

Ecological Living Module: Autark leben auf 22 Quadratmetern

Der Prototyp eines völlig autarken Selbstversorgerhauses wurde kürzlich in einem gemeinschaftlichen Projekt der UN und Yale Universität in New York vorgestellt. Das nachhaltige Ökohaus aus Holz „Ecological Living Module“ zeigt auf einer Wohnfläche von nur 22 Quadratmetern, wie bezahlbarer Wohnraum in urbanen Räumen aussehen könnte – und das unter der Voraussetzung, natürliche Ressourcen soweit wie möglich zu schonen.

Autarkes Wohnen: Innenansicht zu dem Minihaus inmitten von Newyork

Nachhaltigkeit im autarken Haus

Das energieautarke Haus mit Solarfassade besteht dabei nicht nur aus lokalen und nachhaltigen Materialien, sondern lässt sich vollständig mit erneuerbarer Energie betreiben. Tageslichtnutzung, Luftreinigung auf pflanzlicher Basis oder passive Lüftungen sind nur Beispiele für das clevere System. Sogar Trinkwasser wird aus Regenwasser und Luftfeuchtigkeit aufbereitet. So klein das zweigeschossige Gebäude auch ist: Durch seine multifunktionale Gestaltung können bis zu vier Personen darin Platz finden.

Weiteres Highlight: An den drei Außenwänden können die Hausbewohner Obst und Gemüse anbauen.

Der weltweite Wohnungssektor verbraucht verschiedene Studien zufolge bereits heute 40 Prozent der globalen Ressourcen der Erde und macht mehr als ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen aus. Ein autarkes Haus wie im Ecological Living Module mag für Eigentümer und Mieter heute noch unvorstellbar sein. Doch mittelfristig werden Planungen dieser Art nötig sein, um dem Ressourcenmangel entgegenzuwirken.

Autarkes Wohnen: Außenansicht zu einer der Minihäuser

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Energieeffizienz Nachhaltigkeit Smart Living Wohnkonzept

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