Eindrucksvolle Architektur: Häuser am Meer

Ein schroffer Felsen, Wasser bis zum Horizont und moderne Architektur: Eine Komposition aus diesen Komponenten bringt frischen Wind an manch magischen Küstenort, an dem die Zeit still zu stehen scheint.

Squish Studio: Architektur als Quell der Kreativität

Zerstreute Fischersiedlungen, Schindeldächer und Holzstege prägen das karge Bild auf Fogo Island, der kleinen Atlantikinsel nordöstlich der kanadischen Küste Neufundlands. Doch inmitten traditioneller Architektur des keltischen Inselvölkchens schmiegen sich unerwartete Skulpturen in die Landschaft. Nach einem kleinen Fußmarsch durch unwegsames Gelände zeichnet sich an der Ostküste ein leuchtend weißer Baukörper ab: Auf schroffen Granitfelsen widersetzt sich das Squish-Studio in seiner dramatischen Lage den Widrigkeiten der Natur.

Auf Pfählen etwa einen halben Meter über der Erde gestützt, erhebt sich der abstrakte Bau zur Landseite fast sechs Meter in die Höhe. 

Das stark abfallende Dach und die seitlichen Fichtenplanken drängen in Richtung Meer. Gen Norden öffnet sich die Fassade mit einem deckenhohen Fenster dem Atlantischen Ozean. Im Inneren formt das Design eine großzügige Freifläche für künstlerischen Einfallsreichtum – welches hier gefördert werden soll. Annehmlichkeiten bietet das Studio kaum: Zur Ausstattung zählen eine Komposttoilette, Kochnische und ein Holzofen. Für Licht sorgt eine kleine Photovoltaik-Anlage auf einem entfernteren Hügel, die das autarke Gebäude mit Strom versorgt.

Hinter dem außergewöhnlichen Küstenmonument steckt der Architekt Todd Saunders: geboren auf Fogo Island, der seit 1996 in Norwegen lebt. Im Auftrag der Shorefast Foundation und Fogo Island Arts Corporation entwarf er für abgelegene Orte der Insel markante Ateliers. In den mittlerweile vier Studios finden Künstler aus aller Welt Ruhe und Inspiration für ihr kreatives Schaffen. 

Hinter der Düne gleich links: Design schafft Meerblick

Am peruanischen Strand von Lima entwarfen die Architekten von TDC eine moderne Wohnwelt, in der minimalistisches Design und landschaftliche Strukturen fusionieren. Im Grundriss eines Trapezes versinkt der breitere Gebäudeteil der Casa VU im Erdreich eines steilen Hangs, während sich die Front der Weite des Meeres öffnet. Die geschachtelten Raumblöcke auf drei Stockwerken sind so konzipiert, dass sich jedes Zimmer der faszinierenden Umgebung zuwendet.

Teils von den überlappenden Baukörpern überdacht, schaffen die modularen Strukturen Kontraste aus Schatten und lichten Freiflächen. Durch Seitenwände vor allzu starken Böen geschützt, scheinen die Wellen auf der großzügigen Terrasse direkt vor die Füße zu schwappen – wenn Sie sich nicht gerade im ebenerdigen Pool mit Blick auf den Ozean erfrischen. In keinem Detail lenkt die geradlinige, weiß verputzte Architektur von der Faszination des Hauptakteurs ab: Dem Meer gebührt auch das schlichte Design im Inneren zwischen weißen Wänden und glänzend reinen Flächen volle Aufmerksamkeit. Lediglich ein paar verspielte Leuchtkugeln setzen in der Küche warme Lichtakzente. 

Das Meer zu Füßen: Architektur am Abgrund

Auf einer 70 Meter hohen Klippe in den australischen Dover Heights nahe Sydney schwingt sich ein majestätischer Baukörper waghalsig über den Abgrund. Auch beim Holman House fließen Design und Natur ineinander. Von vier Stahlsäulen gestützt, ragt der V-förmige Hauptbau über die zerklüftete Klippe und ergänzt mit seiner glatten, weißen Fassade das weiche Schimmern der Tasmanischen See. Deckenhohe Fenster gewähren im Wohn- und Essbereich eine spektakuläre Aussicht entlang des Steilhangs und lassen in jedem Raum des 325 Quadratmeter großen Anwesens neue Perspektiven entdecken. Eingebettet von massiv gewölbten Steinmauern schmiegt sich das Schlafzimmer im Erdgeschoss an die raue Felswand entlang der Klippenkante. Rund um das Anwesen stufen sich auf mehreren Plateaus exzentrische Terrassengärten und ein Felsen-Pool ab. 

Der Entwurf zu diesem außergewöhnlichen Bauvorhaben stellte die Architekten von Durbach Block Jaggers zunächst vor eine Herausforderung. Die Idee zum Entwurf kam Ihnen beim Anblick eines Gemäldes von Pablo Picasso: The Bather (1928) inspirierte zu den schwungvollen Formen und Konturen beim Innenraum-Design und der Architektur. So ergibt sich auch der abgewinkelte Baukörper des Klippen-Hauses aus der Figur des Gemäldes.

Zugegeben: Die meisten Orte am Meer tragen ihre natürliche Perfektion schon inne. Und dennoch kann ihnen Architektur manchmal ein gebührendes Denkmal setzen. 

Was halten Sie von den vorgestellten Projekten zur Küsten-Architektur? Würde eine Immobilie am Meer Sie reizen?

Architektur Design
Ingeborg Anna 06.08.2017  |  9:27

Wow…

Kommentare (1)

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