Der Heinze ArchitektenAWARD – Spiegelbild moderner Architektur

Im Rahmen des ArchitektenAWARDs ruft Heinze auch 2017 wieder deutsche Architekten, Innenarchitekten und Planer dazu auf, ihre besten Objekte der letzten fünf Jahre einer ausgewählten Jury zu präsentieren. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr Nichtwohnbauten. Wir haben mit Mathias Kutt, Leitung Planermarketing bei Heinze, über den Wettbewerb, die Besonderheiten und seine persönlichen Favoriten der letzten Jahre gesprochen.

G-Pulse Redaktion: Herr Kutt, was bedeutet der ArchitektenAWARD für Sie und was macht das Projekt so besonders?

Kutt: Heinze präsentiert sich seit inzwischen sieben Jahren in Folge mit diesem Wettbewerb als sympathische Plattform für Architektur und moderne Bauprojekte. Daraus entstanden ist eine Art Datenbank als Spiegelbild moderner Architektur. Ziel ist es, mit unserem Wettbewerb nicht nur bereits bekannte Architekten anzusprechen, sondern auch talentierte Newcomer und kleine Architekturbüros. 

Das gelingt auch, denn der Heinze ArchitektenAWARD genießt ein hohes Ansehen unter den Teilnehmern und auch innerhalb der Jury, die sich aus jährlich wechselnden namenhaften Juryvorsitzende wie zum Beispiel Andreas Hild (Hild und K), Jan Kleihues (Kleihues + Kleihues), Lennart Wiechell (SCHMIDHUBER), Max Dudler und Volker Staab (Staab Architekten) zusammensetzt. In den vergangenen sechs Jahren wurden über 2.100 Objekte eingereicht. 

Mathias Kutt, Leitung Planermarketing bei Heinze, mit dem Award 2016 in seinen Händen. Quelle: Heinze

Ein besonderes Highlight des Awards sind für mich vor allem die begeisterten Gewinner der Verleihung – darunter jüngst auch Studentinnen und Studenten. Seit vier Jahren verleiht Heinze auch einen Preis an Nachwuchstalente. Studierende, Studien- und Seminargruppen deutscher Architekturfakultäten und -fachbereiche können Entwürfe und Konzepte aus allen Bereichen des Wohnungs- und Nichtwohnbaus einreichen. Die drei besten Nachwuchskonzepte werden dann ebenfalls durch die Jury bestimmt und ausgezeichnet.

G-Pulse Redaktion: Auf welcher Kategorie liegt der diesjährige Schwerpunkt und welche Kriterien muss ein Bewerber erfüllen?

Kutt: 2017 liegt unser Fokus auf dem Nichtwohnungsbau. Gekürt werden dazu Objekte aus den Kategorien Wirtschafts-, Industrie und Gewerbebauten; Büro- und Verwaltungsbauten; Kultur-, Veranstaltungs- und Sportbauten; Bildungsbauten; Sozialbauten und Bauten im Gesundheitswesen, Sonderbauten sowie Büros aus Deutschland. Wichtig dabei: Die Fertigstellung des Projekts muss innerhalb der letzten 5 Jahre erfolgt sein. Alle die sich noch bewerben möchten, haben noch bis zum 16. Juni 2017 die Chance dazu. Wir freuen uns auf zahlreiche spannende Objekte. 

G-Pulse Redaktion: In diesem Jahr findet die siebte Verleihung des Awards statt. Welches Projekt der letzten Jahre ist Ihr Favorit unter den Gewinnern?

Kutt: Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Bei den vielen innovativen Projekten der vergangenen Jahre fällt es schwer, mich für nur einen Favoriten zu entscheiden.

Ein wirklich gelungenes Projekt ist das Baugruppenhaus Auguststraße der Grüntuch Ernst Architekten BDA. Es gewann 2014 in der Kategorie „Mehrfamilienhäuser und Geschosswohnungsbauten“. Das Besondere: Das Mehrgenerationen-Wohnhaus wurde als privates Baugruppen-Projekt im Freundes- und Familienkreis realisiert. Der Wunsch nach verschiedenen Formen der Verbindung von Wohnen und Arbeiten prägte dabei die Anforderungen an das Zusammenleben. Es entstand maßgeschneiderter Wohnraum für Alleinstehende, Senioren, Familien und Großfamilien. Vor allem die Lückenbebauung ist in diesem Fall gelungen und setzt einen Akzent in der sonst so alltäglichen Berliner Verdichtungsbebauung. Zudem wurde das Gebäude durchdacht in die angrenzende Bestandsbebauung integriert.

Sieger aus den vergangenen Jahren

Ein weiteres Highlight: die Kirche am Meer „St. Marien in Schillig“ der Königs Architekten. Sie wurde 2015 Sieger in der Kategorie „Faszination Nichtwohnbau“. Der skulpturale Baukörper nimmt die Typologie der in unmittelbaren Nachbarschaft gelegenen Nordseeküste und des Wattenmeers besonders gelungen auf. Nur ein Deich trennt die außergewöhnliche Pfarrkirche vom Meer.

Auch ein persönlicher Favorit: das Ausbauhaus Neukölln der Praeger Richter Architekten GmbH. Das „Ausbauhaus“-Konzept gewann den Award in der Kategorie „Mehrfamilienhäuser und Geschosswohnungsbauten“ 2016. Es ermöglicht Bauherren beziehungsweise Nutzern die Wahl zwischen verschiedenen Ausbaustandards wie „Standard Loft“, der „Standard Wohnung“ und die „Übernahme Rohbau zum Selbstausbau“. So kann Eigentum – je nach handwerklichen und finanziellen Fähigkeiten – günstig entstehen und individuell gestaltet werden.

G-Pulse Redaktion: Welche Trends und Gegentrends prägen Ihres Erachtens zukünftiges Bauen und Wohnen und wohin entwickelt sich moderne Architektur?

Kutt: Ein ganz klarer Trend zeichnet sich bei der Digitalisierung von Planungsprozesse innerhalb des Baugewerbes ab. Mit Hilfe des „Building Information Modeling“, kurz BIM genannt, werden Bauvorhaben zukünftig auf Basis aktiver Vernetzung aller Beteiligten durchgeführt. In einigen Ländern ist die Methode sogar bereits verpflichtend. BIM stellt damit eine maximale Prozesstransparenz sicher und optimiert den Informationsaustausch während des Planungsprozesses.

Zudem zeichnet sich im Bereich moderner Gebäudehüllen ein Trend hin zu außergewöhnlichen Farben und Geometrien ab. Ein perfektes Beispiel dafür ist die Hamburger HafenCity mit ihren zahlreichen Facetten – darunter natürlich auch die Elbphilharmonie

Ein weiter Trend: Immer mehr Architekten, Planer und Bauherrn setzen inzwischen wieder auf ökologische Bauweisen und Baustoffe kombiniert mit intelligenter Steuerung. Wir dürfen gespannt sein, wohin uns diese Entwicklungen noch fürhren.

G-Pulse Redaktion: Apropos intelligente Steuerung: Welche Chancen und Möglichkeiten sehen Sie in der Entwicklung moderner Gebäudetechnik?

Kutt: In diesem Bereich tut sich wirklich einiges. Die automatische Steuerung von Entertainment-Funktionen wie zum Beispiel Musik, halte ich dabei allerdings für Zusatzspielereien, die für mich persönlich nicht zwingend notwendig sind. Als absolut positiv bewerte ich aber die breitgefächerten Möglichkeiten der Fernsteuerung von Gebäudefunktionen im Bereich Einbruchschutz, Sicherheit oder Unfallschutz. Gedanken, ob man die Tür auch wirklich abgeschlossen hat oder der Herd aus ist, muss man sich dank Smart-Home-Steuerung via Smartphone wohl zukünftig nicht mehr machen. Aber auch in den Bereichen Energieeinsparung und Effizienzgewinne sehe ich große Vorteile: Per App vom Büro aus die Heizung  zu regulieren spart nicht nur Energie, sondern kann auch sehr komfortabel sein. 

G-Pulse Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch und Ihre interessanten Informationen zum Heinze ArchitektenAWARD.

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Architektur Design Innovation Smart Living

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