Altbau sanieren: Tipps für die zukunftssichere Modernisierung

Kunstvolle Fassaden, hohe Decken und leicht knarrende Holzdielen: Altbauten haben einen ganz besonderen Charme. Wären da nicht die hohen Heizkosten und häufigen Arbeiten zur Instandhaltung.

Noch dazu stehen die baulichen Gegebenheiten in alten Häusern modernen Wohnansprüchen oft im Weg. Da hilft nur eines: den Altbau sanieren.
Altbau-Schlafzimmer mit Stil

Gut durchdacht: Experten helfen bei der Erstelleng eines Sanierungsplans

Zunächst sollten Sie überlegen, welche Arbeiten sinnvoll und notwendig sind. Anstatt unkoordinierter Einzelmaßnahmen sollte das Haus ganzheitlich betrachtet werden. Ein Energieberater hilft Ihnen, einen individuellen Sanierungsfahrplan zu erstellen. Dieser beschreibt alle Maßnahmen, die entweder schrittweise oder am Stück umgesetzt werden können.

Das Baujahr des Hauses kann Aufschluss über den Umfang und die Art der Sanierungsarbeiten geben. Gebäude aus den Jahren 1900 bis 1950 weisen meist bauphysikalische Mängel auf, weshalb Sie in solchen Gebäuden den Fokus auf Feuchteschutz, Wärmedämmung und Schallschutz legen sollten.

In Altbauten aus den 1960er bis 80er Jahren können hingegen schädliche Werkstoffe wie Asbest, PCB und Formaldehyd zum Problem werden. Sind diese Materialien auch in Ihrem Haus verbaut, sollten Sie mit einem Fachmann den Gesamtzustand des Altbaus unter die Lupe nehmen.

Außerdem können Sie beim zuständigen Bauamt klären, ob Ihr Eigenheim unter Denkmalschutz steht. Ist das der Fall, müssen Sie spezielle Auflagen berücksichtigen, wenn Sie Ihren Altbau sanieren wollen: Das Gebäude darf dann nur mit Zustimmung der Unteren Denkmalbehörde umgebaut oder ausgebaut werden. Auch über scheinbar „einfache“ Instandhaltungsarbeiten muss die Behörde informiert werden, wenn sie die Gestaltung des Gebäudes oder die historische Bausubstanz betreffen. Die Mitarbeiter der Unteren Denkmalbehörde können Fragen zu Bautechnik und Gestaltung beantworten.

Fassade alter Häuser; Altbau sanieren

Energetische Sanierung: Weniger Heizkosten, mehr Effizienz

Um CO2-Emissionen zu senken, müssen Bestandsimmobilien teil- oder kernsaniert werden. Die Anforderungen, die es zu erfüllen gilt, hält das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fest. Für alle Mehrfamilienhäuser gelten bestimmte Austausch- und Nachrüstverpflichtungen, unabhängig von einer geplanten Sanierung. Ein- und Zweifamilienhäuser sind davon ausgenommen, wenn Sie als Eigentümer bereits seit Februar 2002 selbst im Gebäude wohnen. Wenn Sie ein Ein- oder Zweifamilienhaus kaufen, müssen Sie diese Pflichten innerhalb von zwei Jahren erfüllen. Die energetische Modernisierung betrifft alle Arbeiten, mit denen Sie die Energieeffizienz steigern. Eine gute Dämmung der Fassade, des Dachs sowie der Dachgeschoss- und Kellerdecke kann die Heizkosten erheblich senken.

Auch bei der energetischen Kernsanierung nach Plan vorgehen

Experten empfehlen eine Sanierung von oben nach unten und von außen nach innen. Das heißt, bei Kernsanierungen zunächst das Dach, dann die Etagen darunter. Nach Dämmungsarbeiten an der Fassade folgt der Einbau neuer Außentüren und Fenster und schließlich Dämm- und Trockenlegungsarbeiten in den Kellerräumen. Erst dann kommt der Einbau der Heizungsanlage. Je älter die Heizungsanlage, desto dringender sollten Sie diese ebenfalls modernisieren. Bestimmte Öl- und Gas-Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind und eine übliche Größe haben (4-400 kW Heizleistung) müssen laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) ausgetauscht oder zumindest erneuert werden. Die Austauschpflicht gilt jedoch nicht für Brennwert- und Niedertemperatur-Kessel. Welcher Kesseltyp es ist, teilt Ihnen der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger mit. Er muss regelmäßig eine sogenannte „Feuerstättenschau“ vor Ort durchführen.

Altbau sanieren

Altbau sanieren für ein wohngesundes Raumklima

Eindringendes Wasser ist der größte Feind der Bausubstanz. Besonders anfällig sind Keller, die vor den 70er Jahren gebaut wurden. Durchdringt Feuchtigkeit das Mauerwerk, besteht die Gefahr von Schimmel und Pilzbefall. Kritische Anzeichen sind von der Wand fallender oder sich schwarz färbender Putz. Konsequentes Lüften und ein wohngesunder Wandanstrich mit Kalkfarbe kann erste Abhilfe schaffen.

Auch den Dachstuhl sollten Sie gründlich nach feuchten Stellen und Trockenrändern absuchen und prüfen, ob die tragende Konstruktion morsch ist. Ist das der Fall, reicht es manchmal schon, wenn Sie einzelne Elemente des hölzernen Dachstuhls austauschen. Möchten Sie die Dachräume als Wohnraum nutzen, geht es in der Regel nicht ohne eine Komplettsanierung. Über eine undichte Fassade durch Risse in der Wand oder Fugen an den Fenstern kann ebenfalls Wärme entweichen und Feuchtigkeit eindringen. Wandflecken und bröckelnder Putz deuten darauf hin, dass auch hier Handlungsbedarf besteht.

Weißes Sofa in einem weißen Raum mit weißen Vorhang

Mehr Wohnkomfort durch großzügige Räume und moderne Technik

Alte Grundrisse sind oft unpraktisch, die Räume zu eng und dunkel. Indem Sie Wände herausnehmen, können Sie ein modernes, großzügiges Raumambiente schaffen. Dafür sollte jedoch ein Architekt oder Statiker die Wände prüfen.

Wenn Sie bei der Sanierung Wände aufstemmen, bietet es sich an, auch die Elektroinstallation zu erneuern und sich mit smarter Technik für die Zukunft zu rüsten. Denn ein durchdachtes Smart Home erleichtert Ihnen nicht nur den Alltag, sondern spart auch Energie und sorgt für Sicherheit sowie Komfort. Durch eine Neuverteilung der elektrischen Leitungen können Sie zudem zusätzliche Schalter und Steckdosen nachrüsten.

KNX oder Funk-Technik: Welches Smart-Home-System lohnt sich wann?

  • KNX-Technik für Rundum-Komfort: Das KNX System ist eine kabelgebundene Installation, die sich besonders dann lohnt, wenn Sie vorhaben, Wände aufzustemmen. Bei dieser Variante wird zusätzlich zur herkömmlichen Stromleitung ein Steuerkabel verlegt, das die Befehle an Leuchten, Jalousien, Sicherheitstechnik und andere KNX-fähigen Elemente weiterleitet. Vor der Installation bedarf es also einer durchdachten Planung.
  • Funk-Technik für erhöhten Komfort: Falls Sie die Wände nicht aufzustemmen möchten, ist das Gira eNet SMART HOME eine gute Alternative, da die Vernetzung über Funk-Technik erfolgt. Gesteuert wird das kabellose Smart Home dann wahlweise per App, mithilfe der Bedienungszentrale Gira G1, Gira eNet Funk-Bedienaufsätzen oder auch mit den Sprachassistenten Amazon Alexa oder Google Assistant.
  • Funk-Technik für den Einstieg: Das ebenfalls funkbasierte Gira System 3000 beherrscht die Grundfunktionen Licht-, Jalousie- und Heizungssteuerung. Für die Installation wird lediglich der Schaltereinsatz ausgetauscht und der gewünschte Bedienaufsatz des Gira System 3000 montiert. Insgesamt gibt es fünf Arten von Bedienaufsätzen. Die Steuerung erfolgt entweder direkt am Schalter oder per Bluetooth mit dem Smartphone oder Tablet.

Unser Tipp: Smart Home ist für Sie Neuland, Sie möchten sich aber unbedingt intensiver mit dem Thema beschäftigen? Alle wichtigen Fragen rund um Ihr zukünftiges Smart Home beantwortet Ihnen der Smart-Home-Ratgeber.

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Barrierefrei und sicher bis ins hohe Alter

Das rustikale Eichenholzparkett hat zwar eine schöne Patina, birgt aber Stolperfallen. Wenn Sie Ihren Altbau sanieren, reicht es selten, neues Laminat oder Parkett einfach auf dem vorhandenen Holzboden zu verlegen. Holzbalkendecken aus den 80er und 90er Jahren sind oft mit Stroh gefüllt, die heute weder Brandschutzbestimmungen noch modernen Energiestandards gerecht werden. Die Zwischenräume sollten Sie mit dämmenden Materialien isolieren und zugleich die tragende Holzkonstruktion auf Feuchtigkeitsschäden sowie Schädlingsbefall untersuchen.

Eine Ausgleichsschüttung mithilfe einer dafür vorgesehenen Ausgleichsmasse gleicht Unebenheiten im Boden aus.

Letzteres ist besonders sinnvoll, wenn Sie Barrierefreiheit im Eigenheim schaffen möchten. Damit Sie bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden wohnen können, sollten Sie Stufen ebnen und Schwellen entfernen. Ebenso können Sie Wände und Durchgänge versetzen, Türen auf einen Meter Breite erweitern und im Bad eine ebenerdige Dusche installieren. Für solche Arbeiten bietet die KfW-Bank mit dem Programm Altersgerecht Umbauen zinsgünstige Kredite an.

Barrierefreies Badezimmer in hellen Tönen

Altbau sanieren und Fördermittel nutzen

Auch Sanierungsarbeiten, die die Energieeffizienz des Altbaus steigern, können Sie teils mit Fördermitteln refinanzieren.Die Umrüstung zum KfW-Effizienzhaus fördert die KfW-Bank: Für energiesparende Gebäude gibt es einen Orientierungsmaßstab, die Effizienzhaus-Stufen. Je kleiner die Kennzahl einer Effizienzhaus-Stufe ist, desto weniger Energie verbraucht Ihre Immobilie und umso höher ist Ihre Förderung.

Außerdem gibt es noch Förderprogramme vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und zahlreiche Förderprogramme von Ländern, Kreisen und Kommunen.

Wichtig: Die Förderanträge müssen vor Beginn der Baumaßnahmen gestellt werden. Dabei kann Sie ein Energieberater unterstützen. Er kennt auch die Möglichkeiten, unterschiedliche Fördermittel miteinander zu kombinieren. Und: Auch die Beratungsleistung der Energieberatung wird finanziell mit Förderung unterstützt.

Fazit: Wenn Sie Ihren Altbau sanieren, können Sie erheblich an Wohnqualität gewinnen, die Energieeffizienz verbessern und damit die Zukunftssicherheit und den Wert Ihrer Bestandsimmobilie steigern. Besonders wichtig ist es, ein Konzept für geplante Sanierungsarbeiten zu erstellen. Das geht am besten mit einem zertifizierten Energieberater oder Architekten. Denn die richtige Reihenfolge der einzelnen Gewerke entscheidet mit über den Erfolg und den damit gewonnenen Wohnkomfort.

Möchten auch Sie Ihr altes Haus renovieren? Schreiben Sie uns, welche Schwachstellen Sie in Ihrem Altbau ausfindig gemacht haben und wie Sie Ihr Eigenheim zukunftssicher gestalten möchten.

Energieeffizienz Haustechnik KNX System Smart Home Wohnen im Alter
Kommentare
MS
Merlyn Schulman 14.09.2021  |  13:54
Antworten

Vielen Dank für diesen Beitrag über die Sanierung im Altbau. Wir wollen eine Altbauwohnung kaufen. Ich wusste nicht, dass der Sanierungsgrad auch von dem Baujahr anhängt.

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TK
Thomas Karbowski 12.01.2021  |  23:50
Antworten

Aus eigener Erfahrung stimme ich der Aussage zu, dass Keller, die vor den 70er Jahren gebaut worden sind, für eindringendes Wasser besonders anfällig sind. Gerade aus diesem Grund hat sich meine Familie für die Sanierung unserer Wohnung entschieden. Wir sind uns darüber sicher, dass sich die Investition wegen der Energieersparnisse erwirtschaften wird.

GR
G-Pulse Redaktion 19.01.2021  |  10:42

Hallo Herr Karbowski,
da stimmen wir Ihnen zu. Die Investition lohnt sich langfristig mit Sicherheit!
Liebe Grüße
Ihre G-Pulse Redaktion

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